Politisch korrekte Klopse

Alle erfahrenen BäckerInnen wissen was man mit missglücktem oder übrig gebliebenem Schokokuchen machen kann. Genau: Rumkugeln - also nicht vor Lachen rumkugeln, sondern eben Kugeln mit Rum und Schokolade. Genauso wissen die KrisenmanagerInnen wie man mit fehlenden Rezeptzutaten umgeht - vor allem am Sonntag. Es wird fleißig hin- und hergebastelt. So erging es mir letztes Wochenende. Der Schokokuchen zerfiel im Ofen und ich zauberte daraus einen Rumkugelteig. Mangels vielfältiger Spirituosenvorräte ersetzte ich Rum durch Cola und Holunderblütensirup und die Schokostreusel verwandelten sich in Mandelblättchen. Schöner neuer Kuchen, fand ich zum Schluss. Jetzt braucht das Kind nur einen Namen, denn mit Rum hat das Ganze nicht mehr viel zu tun. Mohrenkugeln, hurgh - nein! Dunkle Möpse... uiuiui... Schokobeutel. Oh je! Negerk... Vergiss es.
Noch auf dem Weg zum Geburtstagskind grübelte ich über die Namensgebung. Verdammt, es wollte mir einfach nichts einfallen. Klingklong - die Tür geht auf. "Hey, alles Gute zu Deinem Geburtstag!" Strahlendes Gesicht antwortet: "Hey, danke. Oh was ist denn das?" Mist.
Ein Gedanke sagt: " Das sind... Klopse." Doppelmist. Äußerst irritierte Augen sind höflich bemüht: "Oh danke. Klopse. Aha. Lecker."
Mein Fazit beim Kreieren neuer Backwaren: Das Auge isst zwar mit, aber der Name auch. Dumm gelaufen, aber wenigstens politisch korrekt.
Elika Pankhurst - 19. Nov, 12:23